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Tauchcomputer-Test in der Karibik: Garmin X50i vs. Suunto Nautic

Die Karibik ist für mich jedes Mal ein kleines Stück Freiheit: warmes Wasser, fantastische Sichtweiten und Riffe, die wirken, als hätte sie jemand gemalt. Genau diese Bedingungen wollte ich nutzen, um zwei aktuelle Tauchcomputer im echten Alltag zu testen – nicht im Pool oder am Schreibtisch, sondern dort, wo es zählt: unter Wasser.

In den letzten Wochen hatte ich deshalb den Garmin X50i und den Suunto Nautic bei mehreren Tauchgängen dabei – vom entspannten Rifftauchgang bis hin zu etwas anspruchsvolleren Profilen. Mir war wichtig zu sehen, wie sich beide Geräte in typischen Situationen schlagen: beim Einstieg vom Boot, bei wechselnden Tiefen, bei direkter Sonne an der Oberfläche und natürlich in der Kommunikation und Ablesbarkeit während des Tauchgangs.

Besonders interessiert hat mich dabei, wie intuitiv die Bedienung wirklich ist, wie schnell man relevante Informationen erfassen kann und wie zuverlässig beide Geräte im täglichen Einsatz funktionieren. Auch Themen wie Tragekomfort, Displaydarstellung, Menüführung und allgemeines Handling im Salzwasser spielen für mich eine große Rolle.

In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen Eindrücke aus der Karibik und zeige, wo die Stärken der beiden Tauchcomputer liegen – und wo vielleicht auch Punkte auftauchen, die man vor dem Kauf kennen sollte.


Gleich nach Ankunft der beiden Rechner hab ich sie mal vollständig geladen um ein Gefühl für die Akkulaufzeit zu bekommen. Die Displayqualität war jederzeit - über und unter Wasser, bei karibischer Sonne und Schatten absolut überzeugend. Klar ablesbar, scharf und perfekt übersichtlich. Genauso stellt man sich ein modernes Informationssystem vor.

Der Garmin Rechner kommt werksseitig mit einem durchdachten und bequemen Armbandsystem, welches das An- und Ablegen auch mit einer Hand jederzeit easy möglich macht. Beim Suunto muss man sich das mitgelieferte Bungee selbst montieren und einstellen. Da ich alle Tauchgänge mit demselben 3mm Anzug gemacht habe, war das kein Problem, bei oftmaligem Wechsel zwischen Anzügen, vor allem wenn dann ein Trockentauchanzug im Spiel ist, muss man eingreifen und die Bungeelänge anpassen.

Bei der Tauchgangsvorbereitung habe ich dann die Transmitter gekoppelt, funktioniert intiutiv und problemlos. Beide Rechner waren mit ihren Sendern sauber verbunden und dann ging es schon ab ins Wasser. Cool beim Suunto Nautic ist die Möglichkeit, die Tiefe ab der ein Tauchgang "startet" einstellbar ist, ein nettes Detail wenn man als Tauchlehrer oft nahe der Oberfläche unterwegs ist.

Direkt nach dem Abtauchen die erste "Überraschung". Trotz gekoppeltem Sender, zeigt der Nautic keinen Flaschendruck an. Meine Verwunderung darüber zeigt dieses Video:

Die Lösung dafür: man muss in den Einstellungen sein Display so konfigurieren, dass es den Flaschendruck anzeigt. Man könnte das auch als Voreinstellung ins Gerät programmieren, denn wenn ich schon einen Sender montiere und kopple, würde ich davon ausgehen dass der Flaschendruck für den Taucher von Interesse ist :-) Nachdem ich diese Einstellung vorgenommen habe, war die Information auch bei den folgenden Tauchgängen da.


Die Bedienung unter Wasser ist bei beiden Geräte hervorragend - man findet jede Einstellung sofort, das Umschalten zwischen verschiedenen Displays klappt perfekt. Mein persönliches Empfinden gibt hier einen kleinen Vorteilspunkt an Garmin, die Anzeigen sind ruhiger und aufgeräumter - beim Suunto Modell geht es etwas hektischer zu, es werden mehr Farben verwendet und es gibt mehr blinkende Hinweise. Ebenso verhält es sich mit Warnungen, diese werden bei Garmin bevorzugt per kurzer Vibration zur Kenntnis gebracht, erst wenn es kritischer wird beginnt auch der X50i mit mehr Farben und Signaltönen zu arbeiten. Das betrifft die Werkseinstellungen, man kann beide Computer selbstverständlich in den Einstellungen anpassen.


Um die Rechenmodelle zu vergleichen wurden beide Tauchcomputer auf dieselben Gradientfaktoren eingestellt und bei einem anspruchsvollen Dekompressionstauchgang verglichen. Alle angezeigten Dekostufen und Zeiten waren identisch, ebenso mit dem dritten Rechner der auf meinem Arm war: der Garmin Descent MK3i.

Kleiner Hinweis am Rande: nachdem ich alle Deko-Stops sauber absolviert habe, war der X50i "fertig und auftauchbereit", der Suunto Nautic wollte nach dem fertigen 3m Dekostop noch einen zusätzlichen Sicherheitsstopp und hat somit meine Zeit bis zur langersehnten Toilette nochmal um 3 Minuten erhöht :-)

Weiters ist aufgefallen, dass die Tiefenanzeige am Suunto tendenziell etwas mehr anzeigt - aber erst ab ca. 15m Tiefe. Bei 30m sind es ca. 30-40cm die hier unterschiedlich angezeigt wird. Woran das liegt, erschließt sich mir nicht.

Tiefenunterschied
Tiefenunterschied

Nach mehreren Tauchgängen wurde es dann auch mal Zeit auf die Akkuleistung zu schauen. Hier hat der Suunto Nautic die Nase vorne, jedoch sind beide auf einem super hohen Niveau. Bei Tauchgängen verbraucht der Suunto ca. 2% und der Garmin ca. 4% der Akkukapazität pro Tauchgang. Das lässt auf ca. 20-25 Tauchgänge für den X50i und auf ca. 40-50 Tauchgänge beim Nautic schließen. Die Standby Zeit außerhalb des Wassers ist beim Suunto quasi "unendlich", der X50i musste nach 4 Wochen geladen werden, am Nautic gab es noch immer mehr als 70% in der Batterie.


Das 3d-Modell im Suunto Dive Log ist ein super nettes Tool, solange man sich relativ regelmässig bewegt (wie bei normalen Tauchgängen) kommt das wirklich gut hin. Für Foto-Tauchgänge oder Tauchgänge, an denen unregelmässige Schwimmgeschwindigkeiten und viele langsame Kurswechsel stattfinden klappts nicht. Aber das ist auch klar durch die Bewegungssensorik vorgegeben.


Kleine Softwarefehler wurden von mir auch entdeckt, das notwendige Kalibrieren des Suunto Kompass vor fast jedem Tauchgang und eine fehlerhafte Luftverbrauchsanzeige im Dive Log vom Garmin X50i sind aufgefallen, man kann aber davon ausgehen, dass das in Softwareupdates ausgebessert werden wird.


PRO-Luftverbrauch :-)
PRO-Luftverbrauch :-)

Für die Verwendung im Salzwasser habe ich noch einen wichtigen Tipp für Suunto Benutzer: die Tasten sind aus Plastik und wenn man den Rechner nicht nach jedem Tauchgang sauber in Süsswasser spült, dann klemmen diese Tasten sehr schnell und können nur durch längeres "wässern" wieder benutzbar gemacht werden. Die metallischen Tasten am Garmin sind dagegen "resistent".


Zusammengefasst kann man beide Tauchcomputer uneingeschränkt empfehlen, der doch spürbare Preisunterschied ist durch viele Annehmlichkeiten, die bei Garmin durchdachter und komfortabler gelöst sind, sowie durch die einzigartigen Kommunikationsfähigkeiten in Verbindung mit dem T2 Transmitter und der S1 Oberflächenboje ebenfalls gerechtfertigt.


Du möchtest Dich persönlich informieren? Gerne stehen wir Dir im Shop und auch telefonisch bei Fragen zu beiden Tauchcomputern jederzeit zur Verfügung!

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