Curacao - Tag siebzehn

7 Uhr. Aufwachen. Der erste Check gilt den Ohren von Andrea. Müde blinzelt sie mich an und macht den ersten Druckausgleich des Tages. Klack-Klack. Funktioniert. Frage Schmerzen? Negativ. Also super positiv, wie bei Corona. Das neue negativ ist positiv. Wir sind richtig happy, es wird wieder gemeinsam getaucht! Ein kurzes Frühstück und schon sind wir unterwegs zum Treffpunkt bei der Tauchschule der "Central Dive Curacao" Freunde. Hier ein paar Eindrücke von der Basis:

Marcel hat noch zwei andere Gäste und nachdem wir schon tauchfertig sind beobachten wir die professionelle Vorgehensweise bei der Vorbereitung. Das Dive Center ist absolut auf dem von uns gewohnt hohen Standard und nachdem die anderen Gäste auch ausgerüstet sind, folgt ein sehr professionelles und informatives Briefing zu unserem geplanten Wracktauchgang. Ich bemerke, dass generell das Tauchen hier eher flach passiert, daher wird der folgende Tauchgang auch sehr ausführlich besprochen. Er soll uns auf - für Curacao Verhältnisse - sehr tiefe 30 Meter führen.

Da wir zum Einstieg auf den "Megapier" fahren müssen, haben wir gestern schon die Fotos unserer Reisepässe an Marcel geschickt, er ist perfekt vorbereitet, hat alle Papiere ausgedruckt und wir erreichen nach kurzer Fahrt das Einfahrtstor mit dem Security Häuschen. Darin sitzt eine Dame, die uns recht schnell klar macht, dass die Reisepasskopie in dieser Woche nicht reicht. Da wir nämlich mit dem Auto auf das Gelände fahren, möchte sie auch die Führerscheine sehen. Weil es ihr gerade so eingefallen ist. Klar hat keiner von uns einen Führerschein mit. Wie hier üblich hast Du beim Tauchen nämlich genau gar nichts mit, da die Autos am Ufer immer unversperrt bleiben. Marcel fährt kurzerhand zur Tauchschule zurück und kommt mit 3 Führerscheinen zurück. Das sollte für 2 Autos reichen. Tut es auch - aber jetzt kommt der Clou. Einer der anderen Gäste, der nun auch seinen Führerschein dabei hat, nimmt einfach auf der Ladefläche meines Pickups Platz und jetzt darf ich auf das Gelände fahren. Es ist ja "einer mit Führerschein an Bord". Wer wirklich fährt ist der Security Lady tatsächlich total egal. Ich bemühe mich sehr, mich auf den 200 Metern geradeaus nicht zu verfahren oder eine der nicht vorhandenen Verkehrsregeln zu brechen. Lachen ohne Ende und schon sind wir am Pier.

Endlich tauchbereit. Wir springen vom recht hohen Pier ins Wasser und schwimmen ein paar Meter bis an die Kante. Ein Blick zu meinem Buddy sagt alles: überglückliches Grinsen, die Ohren funktionieren perfekt. Dann geht es auf Kurs eins-acht-null direkt nach Süden, in ca. 10 Meter Tiefe flosseln wir durch viele Fische raus ins Blaue. Nach knapp einer Minute taucht unter uns die "Superior Producer" auf. Das Frachtschiff ist 1977 voll mit Waren für das Weihnachtsgeschäft in Venezuela direkt beim Auslaufen aus dem Hafen gesunken. Wohl ein wenig überladen, auch nicht ganz symmetrisch geladen, haben ein paar Wellen gereicht um das Boot in 30 Metern Tiefe auf Grund zu setzen. Markenjeans, Samsonite Koffer und Luxus-Handtaschen findet man noch immer auf ihrem letzten "Lagerplatz". Ab hier lasse ich Bilder sprechen:

Wir treffen auf Barrakudas, Tarpune und eine Menge grillwilliger Rotfeuerfische. Der Bewuchs ist traumhaft und ein paar Swim-Throughs gönnen wir uns auch noch. Durch die schlaue Entscheidung mit Nitrox zu tauchen haben wir Zeit ohne Ende. Ein Teil der Gruppe verlässt uns zwischendurch mit Umkehrdruck in Richtung Ufer, aber wir haben noch reichlich bar in den Tanks und genießen den Tauchgang über eine Stunde lang. AMV rulez :-)

Zurück am Pier steigen wir über eine Leiter aus, bei den Wellen nicht ganz einfach - aber machbar. Wir packen unsere Ausrüstung auf den Pickup und fahren ohne "Führerscheinbesitzer auf der Pritsche" unbehelligt beim Tor raus. Man braucht ja nur zum Reinfahren jemand mit Führerschein im Auto - hat sich die Security Lady halt so ausgedacht.

Ich zähle aus meinem Taucher-Ei die letzten Münzen für einen Smoothie raus und wir steuern den Verkaufsstand dafür an. Es gibt auf karibischen Inseln natürlich auch Öffnungszeiten. Wir lernen heute, dass diese meist als "ungefährer Richtwert" gesehen werden und es gibt heute keinen Smoothie. Wahrscheinlich hat sie schon genug verkauft und der Tag ist bezahlt. Stattdessen holen wir uns bei einem Toko Shop wunderbare Chicken-Saté. Andrea setzt sich nach dem Bestellen ins Auto um zu warten. Ich unterhalte mich mit dem Chinesen hinterm Tresen ein wenig und plötzlich stammelt er etwas das wie "An dle aah" klingt. Ich kenn mich nicht aus und frage nochmal was er meint. Dann bedeutet er mir, dass er das Tattoo auf Andreas Arm gesehen hat und er hat tatsächlich darin ihren Namen erkannt. Auch wenn er sich mit dem "R" im Namen schwer tut. Good News, dass da nicht irgendwas anderes tätowiert wurde.

Danach gibt es an unserem Pool ein nettes Sit-in mit Lara, einem Mädel das ein paar Monate hier verbringt, einfach so. Um danach weiterzureisen. Auch die deutschen Gäste stoßen dazu. Ich spendiere ein kleschkaltes Zulia Pivo und wir verquatschen uns bis der riesengroße Hunger kommt. Ein Leguan "besucht" uns unfreiwillig. Er erschreckt sich von einem Nachbarn so sehr, dass er auf der Flucht in den Pool fällt. Natürlich wird er gerettet! Ich will ihn grillen, Andrea nicht.

Mit wunderbaren Spaghetti statt "iguana stew" lassen wir den Tag ausklingen. Bevor wir es ins Bett schaffen kommt natürlich "unsere" Katze wieder vorbei und kassiert die abendlichen Streicheleinheiten. Beim Bearbeiten der Fotos werden die Augen schon richtig schwer und als auch noch ein leichter Wind durch die Palmen bläst, wird es Zeit für die Horizontale. Morgen ist nochmal ein Frühstart geplant, um 9 Uhr sitzen wir beim PCR Test, den wir für den Heimflug übermorgen benötigen. Insgeheim hoffe ich dass wir hierbleiben "müssen", aber es gibt langsam auch zuhause wieder einiges zu tun. Vorher erwartet uns morgen noch ein besonderer Tauchgang. Die Car Wrecks warten auf unseren Besuch - und das wird anspruchsvoll. Stay tuned!

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